In Japan wurden schon früh Festungen gebaut. Ein besonderer Bedarf an Burgen entstand im 15. Jahrhundert, nachdem die Zentralregierung geschwächt war und Japan in die chaotische Zeit der Kriegsstaaten (Sengoku Jidai) verfiel. In dieser Ära bestand Japan aus Dutzenden kleiner unabhängiger Staaten, die sich bekämpften und kleine Burgen auf Berggipfeln zu Verteidigungszwecken errichteten.
Als Oda Nobunaga in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Zentralgewalt über Japan wiederherstellte und sein Nachfolger Toyotomi Hideyoshi die Wiedervereinigung Japans vollendete, wurden im ganzen Land viele größere Burgen gebaut. Anders als die früheren Burgen wurden sie in der Ebene oder auf kleinen Hügeln in der Ebene errichtet, wo sie als Verwaltungs- und Militärhauptquartier einer Region und als Symbol der Autorität dienten. Sie wurden zu Zentren von "Burgenstädten".
Nach dem Ende der Feudalzeit (1868) wurden viele Burgen als unliebsame Relikte der Vergangenheit zerstört oder gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Nur ein Dutzend "Originalburgen", also Burgen mit einem Hauptturm aus der Feudalzeit (vor 1868), sind heute erhalten. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahrzehnten mehrere Dutzend Burgen rekonstruiert – meist mit Beton statt traditionellen Baumaterialien.
Eine typische Burg bestand aus mehreren Verteidigungsringen, mit dem sogenannten Honmaru ("Hauptkreis") im Zentrum, gefolgt vom Ninomaru ("zweiter Kreis") und möglicherweise weiteren Verteidigungsringen. Der Burgturm stand im Honmaru, während die Herren meist in einem komfortableren Palast im Honmaru oder Ninomaru wohnten.